“Ohne die Ritter ist Malta nicht zu verstehen. 268 Jahre lang verwandelten sie den kargen Felsen in eine Festung, die Europa fürchtete. Dann nahm Napoleon ihnen alles in 6 Tagen.”

Malta lässt sich ohne die Malteserritter nicht verstehen. 268 Jahre lang verwandelten sie die Insel in eine militärische Macht und ein kulturelles Zentrum des Mittelmeers. Valletta, die Konkathedrale, die großen Festungen – all das ist ihr Werk.
Sie begannen in Jerusalem als Hospitalorden (Johanniter) und kümmerten sich um kranke Pilger. Im Heiligen Land erkannten sie jedoch schnell, dass Gebete allein nicht ausreichten. Sie wurden zu einer der gefährlichsten Elitekampfeinheiten des Mittelalters.
1530 kamen sie nach Malta – Kaiser Karl V. überließ ihnen die Insel gegen eine symbolische Pacht: einen Falken pro Jahr. Historisch gesehen der beste Deal der Immobiliengeschichte.
Der wichtigste Moment in Maltas Geschichte. Sultan Süleyman der Prächtige schickte 40 000 Soldaten, um 700 Ritter und einige tausend Malteser zu zerschlagen. Vier Monate Belagerung in der Julihitze. Die Ritter verteidigten jede Festung bis zum letzten Mann.
Jean de Valette, der 71-jährige Großmeister, kämpfte persönlich auf den Mauern. Die Osmanen zogen ab. Europa staunte. Valletta, später als Dankesgabe für die Verteidiger des Christentums erbaut, trägt bis heute seinen Namen.
Nach Jahren des Ruhms wurden die Ritter bequem. Sie lebten luxuriös und betrieben unter dem Deckmantel des „corso“ Piraterie (offiziell schützten sie christliche Schiffe). Als Napoleon 1798 ankam, übergab Großmeister Hompesch die Insel nach nur 3 Tagen – ohne größeren Widerstand. Die Ritter zogen mit ihren Koffern ab.
| Vermächtnis | Beschreibung |
|---|---|
| Aubergen (Herbergen) | 8 Paläste in Valletta – einer für jede „Nationalität“. Auberge de Castille ist heute das Büro des Premierministers |
| Sacra Infermeria | Das größte Krankenhaus der Renaissance in Europa – den Kranken wurde Essen in Silbergefäßen serviert, weil man Silber für hygienischer hielt |
| Malteserkreuz | 8 Arme = 8 Seligpreisungen. Auf Euromünzen, Magneten, Bussen – überall |
| Befestigungsanlagen | Valletta, Fort St. Elmo, Fort St. Angelo, Victoria Lines – ein Verteidigungssystem auf dem Niveau einer Supermacht |
700 Ritter und einige tausend Malteser gegen 40 000 osmanische Soldaten. Vier Monate Belagerung in der Julihitze. Der 71-jährige Großmeister, der persönlich auf den Mauern kämpfte. Das ist keine Legende – das ist Geschichte, von der Festungen geblieben sind, die man berühren kann.
Der Malteserorden existiert bis heute – mit Sitz in Rom, eigenen Diplomatenpässen und Briefmarken, aber ohne eigenes Territorium. Ein souveränes Gebilde ohne Land. Bei offiziellen Feierlichkeiten in Valletta kann man manchmal Ritter in schwarzen Umhängen mit Kreuz sehen.