“Malta hat mehr Kirchen pro Quadratkilometer als jedes andere Land. Alle barock. Hier erfährst du, warum — und was du sehen solltest.”

Auf Malta gibt es 365 Kirchen. Eine für jeden Tag des Jahres. Das ist keine urbane Legende — es stimmt. Und fast alle sind barock. Warum? Weil die Malteserritter Geld und Ambitionen hatten und der Welt zeigen wollten, dass der Katholizismus reich, schön und unbesiegbar ist. Sie engagierten die besten Künstler Europas und ließen sie sich austoben.
Stell dir den italienischen Barock des 17. Jahrhunderts vor — und verdopple ihn. Gold, Marmor, Engelsstatuen, große Kuppeln, die jedes Dorf überragen, Streit zwischen benachbarten Pfarrgemeinden darüber, welche Kuppel höher ist (wirklich, das war ein gesellschaftliches und politisches Phänomen).
Malta entwickelte eine eigene lokale Barockschule. Architekten wie Lorenzo Gafà (17. Jh.) entwarfen Kirchen, die an das sonnige, warme Klima und den weißen maltesischen Kalkstein angepasst waren — ein Baumaterial, das beim Abbau weich ist und an der Luft hart wird.
| Kirche | Ort | Besonderheit | Eintritt |
|---|---|---|---|
| St.-Johannes-Ko-Kathedrale | Valletta | Gold, Caravaggio, Marmorboden | 15 EUR |
| Rotunde von Mosta | Mosta | Drittgrößte unbewehrte Kuppel der Welt | Kostenlos |
| St.-Pauls-Kathedrale | Mdina | Illusionistisches Fresko an der Decke | 5 EUR |
| Basilika Ta' Pinu | Gozo (Għarb) | 孤独 stehend, von Feldern umgeben, Gebetswand | Kostenlos |
Jedes Jahr veranstaltet jede Pfarrgemeinde eine Festa zu Ehren ihres Schutzpatrons. Ein Teil des Vergnügens? Der Wettstreit darum, welche Kirche das bessere Feuerwerk, das bessere Orchester und die schönste Dekoration hat. Dieser Wettbewerb besteht seit dem 16. Jahrhundert und ist das maltesische Pendant zum Streit darüber, wer besser kocht.
Du betrittst eine Dorfkirche, die von außen wie ein gewöhnliches Steingebäude aussieht. Und innen? Gold, Marmor, ein Deckenfresko und 300 Jahre barocker Überschwang. Dieser Kontrast wird auf Malta nie langweilig.
Betritt Kirchen mitten am Tag — dann sind sie leer und kühl. Viele sind kostenlos geöffnet. Die Rotunde in Mosta, die Karmeliterkirche in Mdina und ein Dutzend weitere sind ohne Eintritt zugänglich — geh einfach hinein und schau nach oben.